Automatisches Öffnen von Apples Fotos deaktivieren by Andrew B. Powers

Wer viel mit SD-, microSD- oder CF-Speicherkarten hantiert und z.B. ein MacBook oder iMac sein Eigen nennt, kennt das Problem sehr gut.

Sobald eine Speicherkarte in einen externen oder internen Kartenleser gesteckt wird, öffnet sich Apples Fotos-App automatisch.
Extrem nervig! Ganz besonders dann, wenn in dem eigenen Workflow Apples Programm "Fotos" absolut gar keine Rolle spielt.

Versierte Mac-User werden jetzt vielleicht anmerken, dass es sich dabei doch um kein grosses Problem handelt und man einfach im Programm "Digitale Bilder" unter "Anschließen von Kamera öffnet:" die Option "Kein Programm" auswählen muß. Das funktioniert allerdings nur so lange, bis man die Speicherkarten, z.B. in der Kamera, neu formatiert oder eine neu gekaufte Karte verwendet. Für Mac OS X sind diese Medien dann (wieder) absolut unbekannt und die beschriebene Prozedur muß für alle genutzten Karten wieder aufwendig von vorne durchgeführt werden.

Es existiert allerdings eine recht simple Lösung. Einfach das Terminal-Progamm öffnen und im Fenster folgenden Befehl eingeben:

defaults -currentHost write com.apple.ImageCapture disableHotPlug -bool YES

Den nervigen Dialog, der Fotos-App, ist damit dann endlich gekillt!

Falls man das Ganze, warum auch immer, wieder rückgängig machen möchte, ist dies jederzeit möglich. Einfach den vorherigen Befehl verwenden und das YES durch ein NO ersetzen:

defaults -currentHost write com.apple.ImageCapture disableHotPlug -bool NO

Presse- und Rundfunkfreiheit erkämpfen und verteidigen by Andrew B. Powers

Gemeinsame Erklärung von Journalisten- und Medienorganisationen

Das Attentat auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo ist ein Alarmsignal. Die deutschen Journalisten- und Medienorganisationen rufen dazu auf, die Presse- und Rundfunkfreiheit in Deutschland und weltweit stets aufs Neue zu verteidigen. ARD, dju in verdi, DJV, Freelens, Freischreiber, Journalistinnenbund, netzwerk recherche, n-ost, Reporter ohne Grenzen, VDZ, der Verband Cartoonlobby, VPRT, VDZ, Weltreporter und ZDF haben dazu heute die folgende gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht:

Der Anschlag auf die Zeitschrift Charlie Hebdo hat auf grausame Weise in Erinnerung gerufen, dass die Presse- und Rundfunkfreiheit auch in Mitteleuropa kein Thema für wohlfeile Sonntagsreden ist. Sie ist ein Menschenrecht, das jederzeit gefährdet ist und selbst in gefestigten Demokratien ständig neu erkämpft und verteidigt werden muss. Nur wenn Journalisten und Redaktionen frei von Angst und äußeren Zwängen recherchieren, berichten und kommentieren können, ist der ungehinderte Wettstreit der Meinungen möglich, ohne den eine offene, demokratische Gesellschaft nicht denkbar ist.

Jede Art von Gewalt, Drohungen, pauschalen oder gezielten Diffamierungen gegen Medien und deren Vertreter ist damit unvereinbar. Auch Journalisten und Medien müssen sich der Kritik stellen – das ist wesentlicher Teil des gesellschaftlichen Diskurses in einer Demokratie. Aber Kritik darf nicht in Drohungen oder Gewalt umschlagen.

Journalisten, Verleger und Medienunternehmen sind sich darin einig, dass es auch künftig keine Tabuthemen für die Medien geben darf. Journalisten und Redaktionen müssen frei entscheiden können, inwieweit sie auf religiöse, persönliche oder politische Empfindlichkeiten Rücksicht nehmen. Kritik und Polemik, Satire und Tabubruch sind von der Presse- und Rundfunkfreiheit umfasst. Ihre Grenzen finden sie durch die allgemeinen Gesetze und die journalistische Ethik. Ereignisse wie der Anschlag auf Charlie Hebdo dürfen nicht dazu beitragen, dass das Grundrecht auf Presse- und Rundfunkfreiheit eingeschränkt wird.

Die Unterzeichner fordern Verantwortliche in Bund und Ländern, Parteien und Interessengruppen dazu auf, stärker für die Presse- und Rundfunkfreiheit und ihre gesellschaftliche Akzeptanz einzutreten. In vielen Ländern der Welt sind Journalisten und Medien täglich Anfeindungen, Repressionen und Gewalt ausgesetzt. Auch in Deutschland wurden Journalisten angegriffen, Verlagsräume verwüstet und Redaktionen mit Parolen beschmiert. Der Anschlag auf Charlie Hebdo hat uns gezeigt, wie fragil die Presse- und Rundfunkfreiheit ist. Darum wollen wir alles daran setzen, dieser demokratischen Errungenschaft auch im öffentlichen Bewusstsein wieder zu dem ihr zustehenden Rang zu verhelfen und uns nicht mit einem schleichenden Glaubwürdigkeitsverlust der Medien abzufinden.

Der Anschlag von Paris darf nicht als Vorwand dienen, mit Maßnahmen wie der Vorratsdatenspeicherung den Informantenschutz und damit eine Säule der Presse- und Rundfunkfreiheit auszuhöhlen. Ebenso sollte die Bundesregierung im Umgang mit anderen Staaten vehement und ohne doppelte Standards für die Verwirklichung der Presse- und Rundfunkfreiheit eintreten.

Die unterzeichnenden Organisationen werden in den kommenden Monaten die Presse- und Rundfunkfreiheit und ihre Gefährdungen gemeinsam verstärkt zum Thema machen, um ihre Bedeutung in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

  • Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD)
  • Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in verdi
  • Deutscher Journalisten-Verband (DJV)
  • Freelens
  • Freischreiber – Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten
  • Journalistinnenbund
  • netzwerk recherche
  • n-ost – Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung
  • Reporter ohne Grenzen
  • Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ)
  • Verband Cartoonlobby
  • Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT)
  • Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ)
  • Weltreporter
  • Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)

Donots im Rosenhof, JAK 2014 by Andrew B. Powers

Das JAK (Jahresabschlußkonzert) der Donots im Rosenhof in Osnabrück, hat mittlerweile eine sehr lange und schöne Tradition. Eine wahnsinnig gute Stimmung und absolute Verausgabung bei den Protagonisten auf der Bühne, als auch der Fans, war auch diesmal wieder das Markenzeichen dieses besonderen Gastspiels.

Obwohl die Ibbenbürener in diesem Jahre nicht nur das 20-jährigen Bandbestehen feiern konnten, sondern auch noch eine der erfolgreichsten Touren absolvierten und das neue Album (Karacho) einspielten, traten die Jungs um Ingo Donot noch einmal richtig aufs Gas. Die Donots lieferten ein tolles Konzert ab und einen ganz speziellen Abend, der mit vielen besonderen Momenten gespickt war.

Mit "Karacho" (Vertigo Berlin (Universal Music)) veröffentlichen die Donots am 20.02.2015 erstmals in ihrer Karriere ein Album in der Muttersprache und gehen dann wenige Tage später auf Tour. Diese startet am 03.03.2015 in Magdeburg (alte Feuerwache) und endet am 27.03.2015 auf der Reeperbahn (Große Freiheit 36).

Special Guest waren an diesem Abend waren übrigens Adam Angst, der neuen Band um Felix Schönfuss. Vielen dürfte der Frontmann noch von Frau Potz und Escapado bekannt sein. Das selbstbetitelte Album von Adam Angst (Grand Hotel van Cleef), erscheint ebenfalls am 20. Februar.

Wer beim JAK 2015 dabei sein möchte, sollte sich frühzeitig um Tickets bemühen. Denn die sind immer schneller weg, als einem lieb ist.

 

Yongnuo YN-622C-TX by Andrew B. Powers

Review - Der Yongnuo YN-622C-TX im Detail

Viele Fotografen arbeiten bereits schon etwas länger mit den Yongnuo YN-622C/YN-622N und haben deren Vorteile schnell schätzen gelernt. Bei diesen allerdings erfolgte das ändern und kontrollieren von den Einstellungen der Systemblitze lästig über das Kameramenü. Daher wurden schnell der Wunsch nach einer Erweiterung bzw. Verbesserung laut, um das entfesselte Blitze noch einfacher zu gestalten.

Mit mit dem YN-622C-TX hat der chinesische Hersteller eine neue Generation der (E/i)-TTL-Funkauslöser entwickelt, die als Master-Einheit zur Steuerung der YN-622 Transceiver dient und das zu einem sensationell günstigen Preis. Neben der Übertragung der E-TTL-/i-TTL-Signale, bietet das handliche Gerät ein benutzerfreundliches LC-Display, sowie manuelle Blitzsteuerung, Zoom, Flash Value Lock (FVL), Synchronisation auf dem 2. Verschlussvorhang, HSS Unterstützung bis 1/8000s und natürlich auch Supersync. Zusätzlich lassen sich per USB-Port zukünftige Firmware-Updates aufspielen.

Wie von dem YN-622C/YN-622N  gewohnt, bietet auch der TX einen Mixed Mode zur individuellen Steuerung mehrerer Blitzgeräte im TTL, als auch im manuellen Modus. Hierfür stehen drei Gruppen und sieben Kanäle zur Verfügung, um z.B. die Leistung oder Reflektorstellung der Aufsteckblitze komplett unabhängig einzustellen.

Dank Supersync Timing Adjustment können endlich auch Studioblitze manuell nachjustieren werden, sodass die Auslösung des Blitzes und des Kameraverschlusses perfekt zeitlich synchronisiert ist. Die Einstellungen hierfür werden dabei automatisch gespeichert. Ein Feature was beim mir schon lange und ganz oben auf der Wunschliste stand.

Die Steuereinheit verfügt, wie die älteren Brüder ohne Display, über ein Laser-AF-Fokuslicht. Dies kann selbstverständlich auch ganz unabhängig von Aufsteckblitzen verwend. Durch die moderne Transceiver-Bauweise fungiert der TX aber nicht nur als Sende-, sondern auch als Empfangseinheiten. In welcher Funktion der Transceiver verwendet wird, erkennt der Trigger automatisch. Dank beigelegter Kabel kann der Funkauslöser daher nicht nur Blitze, sondern auch eine Kamera auslösen.

Außerdem verfügt das LCD auch über eine Batteriestandsanzeige.

Die aktuelle Firmware, Treiber und Software, sowie eine Betriebsanleitung in Englisch ist hier erhältlich. Leider ist die UpDate-Software momentan nur für Microsoft Windows-Systeme verfügbar und ließ sich nicht zur Zusammenarbeit mit einem Windows-Emulator auf dem Mac überreden.

Der Yongnuo YN-622C-TX E-TTL Transceiver funktioniert einfach klasse und die Bedienung ist fast selbsterklärend. Deshalb erleichtert er das arbeiten für ambitionierte Strobist-Anhänger ungemein. Für den Preis von rund 60€ ist der kleine schwarze Kasten ein absolutes Must-Have. Ganz besonders wenn man schon ein Paar Yongnuo YN-622C/YN-622N besitzt.

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Transceiver zwei Kamera-Verbindungskabel (C1/C3) und ein USB-Kabel, sowie eine Bedienungsanleitung in Englisch.

Natürlich steht die TX Steuereinheit auch für das Nikon-System zur Verfügung und trägt dann die Bezeichnung "Yongnuo YN-622N-TX i-TTL".

Yongnuo YN-622C by Andrew B. Powers

Review - Der Yongnuo YN-622C im Detail

Yongnuo hat vor Kurzem mit dem YN-622 endlich ein Produkt veröffentlicht, auf den viele Fotografen schon lange gewartet haben. Bei den Geräten handelt es sich um sogenannte Transceiver, bieten also Sende- und Empfangsfähigkeiten. Ein praktischer Nebeneffekt ist, dass man sich keine Gedanken darüber machen muß, was, wo und wie irgendwo aufgesteckt werden muß. Das eigentlich Kaufargument ist aber, dass die Teilchen die volle Funktionstüchtigkeit der Blitzbelichtungsautomatik (E-TTL) über Funk ermöglich, inkl. HSS (High Speed Sync). Es ergeben sich daher keine Probleme bei zu hellem Umgebungslicht oder wenn keine Sichtverbindung zwischen den Geräten besteht, wie es z.B. bei IR-System auftreten kann. Außerdem verfügen die Biester über ein absolute Killerfunktion, welche sich "Supersync" nennt. Damit ist es möglich, z.B. einen Studioblitz auch mit einer kürzeren Verschlusszeit als der Blitzsynchronzeit zu betreiben.

Die Transceiver sind relativ groß (ca. 90mm x 55mm x 25mm) und machen insgesamt einen recht wertigen Eindruck. Die Oberseite ist in einer Art Klavierlackoptik gehalten, was diese damit relativ empfindlich gegen Fingerabdrücke, Kratzer und Stau macht. Der Blitzfuß ist aus Metall und läßt sich mit einem Rad auf dem Blitzschuh der Kamera fixieren. Obwohl die Bezeichnung Rädchen viel besser passt, denn etwas grösser hätten die Teile wirklich sein können. Bestückt werden die Yongnuo YN-622C Transceiver mit jeweils zwei Mignonzellen. Es werden also keine seltene oder teure Spezialbatterien benötigt. Ich verwende auch bei diesen Geräten zwei Eneloop AA-Akkus von Panasonic. Die Taster besitzen einen angenehmen Druckpunkt, auch wenn diese etwas weniger plan sein könnten. Die Status LEDs für die Kanal- und Gruppenauswahl, sowie für die Information das eine aktive E-TTL-Verbindung besteht, die Batterien kurz davor sind die Hufe zu strecken oder das Gerät eingeschaltet ist, sind auch bei starker Sonneneinstrahlung noch gut zu erkennen. Außerdem befindet sich auf der linken Gehäuseseite noch eine Synchronbuchse. Diese ist harten Anforderungen allerdings nicht gewachsen. Man so sollte daher entweder ein PC-Sync-Kabel verwenden welches über ein Schraubverschluss für einen sicheren Halt in der Buchse verfügt oder irgendwie dafür sorgen, dass auf gar keinen Fall irgendwelche Zugkräfte auf den Anschluß ausübt werden.

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass die Transceiver keinen USB-Port besitzen und sich fragen, was passiert wenn sich die Protokolle für die Blitzsteuerung ändern bzw. wenn neue Blitze oder Kameras auf den Markt kommen. Da somit leider keinen Möglichkeit existiert die Firmware auf einen aktuellen Stand zubringen, muß man auf lange Sicht die YN622 wohl in die Kategorie Weg­werf-Geräte einordnen.

Grundsätzlich sollte man im Kopf behalten, dass die YN-622C in erster Line dafür ausgelegt sind Informationen zu übertragen und es sich um keine Steuereinheiten handelt. Zwar kann man ein paar Informationen an den Transceiver ablesen, großartig einstellen kann man aber nicht wirklich etwas. Die Kamera mit dem Blitzmenü dienen als Steuereinheit. Es werden also in der Kamera sämtliche Grundeinstellungen, Gruppen und Ratios voreingestellt und die Yongnuos sorgt für die drahtlose Übertragung. Genauso, als hätte man z.B. einen Canon 580EX II Systemblitz als Master-Einheit auf der Kamera. Obwohl mit dem Yongnuo YN-622C sogar noch etwas mehr möglich ist. Denn ein weiteres tolles Feature ist das syncen auf dem 2. Vorhang, dass im "Drahtlos-Modus" normalerweise gar nicht aktiviert werden kann. Allerdings müssen sich dann alle Blitze in einer gemeinsamen Gruppe befinden. Wenn die Kamera also die Steuerung übernimmt, dann bedeutet das leider auch, dass man sich auch mal mit unterschiedlichen angeordneten Blitzmenüs bei anderen Kameras herumschlagen muß. Teilweise kann z.B. auch nicht der 2. Verschluss als Sync-Zeitpunkt ausgewählt werden kann. Sogar eine Aufweckfunktion für Canon Speedlite-Blitzgeräte ist integriert. Damit man die komplette Leistungsfähigkeit der Transceiver nutzen kann, ist man also sowohl von dem Funktionsumfang der jeweiligen Kamera, also auch von dem eingesetzten Systemblitze abhängig.

Die YN-622C können auf zwei verschiedene Arten betrieben werden. Entweder im Fernsteuerungs- oder im Mix-Modus. Der Fernsteuerungs-Modus gewichtet die Einstellungen im Kamera-Blitzsteuerungsmenü mit einer höhere Priorität, als die meisten Einstellungen an den Systemblitzen. Der Mix-Modus hingegen, gewährt den Einstellungen an den Speedlite-Blitzgeräte höhere Priorität. E-TTL und manuelle Einstellung können zur selben Zeit betrieben werden.

Ein weiterer Vorteil ist auch die E-TTL-Passthrough Fähigkeit. Wenn ein Transceiver der auf der Kamera montiert ist der als Sender agiert und auf diesem wiederum ein Systemblitz steck, können die E-TTL-Signale trotzdem noch zum Blitz durchgeschleift werden.

Tipp: Falls einmal der seltene Fall eintreten sollte das die Transceiver nicht funktionieren, dann kann ein Factory-Reset helfen. Einfach die Taster "CH SET" und "GP SET" zusammen gedrückt halten. Die Statusanzeige blinkt abwechselnd drei Mal rot/grün. Anschließend leuchtet sie durchgehend rot. Die Tasten loslassen und die Werkseinstellungen sind wiederhergestellt.

Ein sehr schönes Feature ist, dass die Yongnuos über ein Laser-AF-Fokuslicht verfügen. Dieses ist so stark, dass dessen Grid selbst bei Tageslicht über mehrere Meter sichtbar und jedem AF-Hilfslicht eines schweren Systemblitzen überlegen ist. Einfach genial in Verbindung mit normalen Studioblitzen oder mobilen Blitzgeneratoren und Probleme beim Fokussieren bei Lowlight-/Highlight Setups endgültig zu verbannen. Aber selbst wenn man ohne Blitzgeräte fotografiert, lohnt sich dieses kleinen Plastikkästchen auf der Kamera, um diese beim schnellen Fokussieren zu unterstützen.

Bei anderen Funkauslöser, wie z.B. den alten Yongnuo RF-602C, befindet sich auf der Unterseite das typische Metallgewinde für Stativschrauben. Beim aktuellen Yongnuo YN-622C existiert diese Befestigungsmöglichkeit leider nicht mehr. Wenn man die Transceiver also z.B. an einem Stativ mit einer Softbox verwenden möchte, muß man sich anderweitig behelfen.

Hierbei sollte man z.B. zum Walimex Universal Blitzschuh greifen, da dieses aus Metall ist und auch starken Kräften sicheren Halt garantiert. Außerdem kann die Breite der Blitzschuhaufnahme individuell angepasst werden.

Die Yongnuo YN-622C E-TTL Funk-Auslöser sind wirklich klasse. Auspacken, aufstecken... und voilà, sie funktionieren sofort!

Für den Preis bekommt man einen Funktionsumfang, der nur noch wenig Wünsche offen lässt. Der Preis für ein YN-622-Pärchen ist äusserst verlockend. Selbst nur ein ganz simpler Transceiver von Pocketwizard ist in diesen Preisregionen nicht erhältlich und andere Alternative sind auch mindestens doppelt so teuer. Erhöhte Ausfallsicherheit im Alltag erlangt man durch die Transceiver-Konstruktion. Falls man allerdings einen Kamera verwendet, die nicht über die drahtlose Blitzsteuerung über das Kameramenü verfügt oder einen Blitz der nicht so angesteuert werden kann, ist die Bedienung der YN-622C eine absolute Zumutung. Im Lieferumfang sind zwei Yongnuo YN-622C E-TTL Funk-Auslöser enthalten, sowie eine Bedienungsanleitung in Englisch.

Selbst wenn man momentan nur manuelle Funk-Auslöser benötigt, sollten man zu den YN-622 greifen. Außerdem, wer sich jetzt nicht mit der Thema Supersync beschäftigt, der hat in naher Zukunft den Zug wirklich verpasst.

Supersync by Andrew B. Powers

Blitzen jenseits der Synchronzeit

Moderne digitale Spiegelreflex-Kamera (DSLRs) verwenden zur Steuerung der Belichtungszeit einen mechanischen Verschluss. Dieser öffnet sich mit der eingestellten Zeit für die Belichtung um Licht auf den Bildsensor gelangen zu lassen und schliesst sich nach Ablauf der Belichtungszeit wieder lichtdicht. Der Verschluss aktueller Kameras besteht dabei unteranderem aus zwei Vorhängen, die nacheinander ablaufen. Nach dem Auslösen startet der erster Vorhang, gibt den Sensor frei und es wird die Belichtungszeit gestartet. Damit die gewählten Belichtungszeit auch eingehalten wird, setzt sich kurz vor Ende dieser, der zweite Vorhang in Bewegung um den Sensor wieder komplett zu verdeckt. In dem folgenden Video kann man sehr gut erkennen wie sich der Vorhang des Nikon D3s-Verschlusses, bei den Verschlußzeiten von einer 1/100 Sekunde, sowie einer 1/1000 Sekunde verhält:

Da sich die mechanischen Verschlüsse nicht beliebig schnell öffnen und schliessen lassen, kommt das beschriebe Prinzip bei sehr kurzen Belichtungszeiten recht schnell an seine Grenzen. Auf dem Video kann man gut erkennen, dass sich die Vorhänge bei der Belichtungszeit von einer 1/1000 Sekunde ganz anders verhalten. Zu Beginn der Belichtung öffnet sich der erste Vorhang und gibt den Bildsensor zunehmend frei. Bevor der erste Vorhang den Sensor vollständig freigegeben hat, beginnt der zweite Vorhang bereits zu schliessen. Da der erste Vorhang noch nicht vollständig geöffnet ist wandert jetzt ein geöffneter Schlitz von oben nach unten über das Bild. Mit kürzer werdender Belichtungszeit wird dieser Schlitz natürlich schmaler. Deshalb wird diese Art von Verschluss auch Schlitzverschluss genannt.

Wenn nun ein Bild mit einem Blitzlicht ausgeleuchtet werden soll, muß der Blitz wegen der sehr kurzen Leuchtdauer genau im richtigen Moment gezündet werden und zwar dann, wenn der erste Vorhang vollständig geöffnet ist, der Sensor komplett freigegeben wurde und beleuchtete werden kann. Deshalb können nur Belichtungszeiten verwendet werden, bei dem die beiden Vorhänge des Verschlusses nicht als "Schlitz" arbeiten, da sonst dunkle Balken auf dem endgültigen Foto zu sehen sind. Diese kürzeste wählbare Belichtungszeit wird Blitzsynchronzeiten, Synchronzeit oder auch X-Sync genannt. Typische Blitzsynchronzeiten von Kameras mit Schlitzverschluss liegen zwischen 1/160 Sekunde und 1/320 Sekunde. Diese Zeit umfassen die Zeiten, in der die Vorhänge vollständig geöffnet sind und die Bewegungszeit der Vorhänge.

Unterhalb dieser spezifischen (Blitzsynchron-) Zeit funktioniert also alles problemlos mit Systemblitzen auf der Kamera oder Studio-Blitzgeräten. Was aber was gibt es für Möglichkeiten wenn man kürzer Belichten möchte als 1/160s, 1/250s oder 1/320s, weil man z.B. gerne aus gestalterischen Gründen und trotz genügender Umgebungshelligkeit mit einer weit geöffneter Blende fotografieren, aber keinen Graufilter verwenden möchte, bzw. zur Hand hat!?

Lösung Nr. I
Die meisten Systemblitze besitzen eine Technik, der das Problem mit dem einem simplen Trick löst. Anstelle eines einzelnen Blitzes, wird der Blitz in eine Art schnelles "Flackerlicht" verwandelt und blitzt kontinuierlich, während der Spalt zwischen den beiden Verschlussvorhängen über den Sensor fährt. Dieses Modus wird bei Canon mit HSS und bei Nikon mit FP bezeichnet. Der Vorteil liegt auf der Hand, dass Bild absolut gleichmäßig ausgeleuchtet. Damit hört es dann aber schon auf. Weil der Blitz sehr oft innerhalb einer sehr kurzen Zeit aufleuchten muß, sind die Leistungseinbußen exorbitant. Außerdem bieten diese Technik nur teure Systemblitzgeräte an, die HSS-/FP-fähig sind, die Blitzröhren werden dabei sehr stark beansprucht und vor allem aber müssen deutlich mehr Informationen zwischen Kamera und Systemblitz ausgetauscht wird, als ein simples “jetzt auslösen!”.

Lösung Nr. II
Mobile Blitzgeneratoren oder Studioblitze sind nicht HSS-/FP-fähig. Trotzdem wäre es natürlich angenehm, wenn man auch diese schneller als mit der Blitzsynchronzeiten verwenden kann. Genau für dieses Problem bietet das Prinzip von Supersync die gewünschte Lösung. Ursprünglich wurde das ganze per Zufall entdeckt, als ein Studioblitz über Fotozelle mit dem TTL-Aufsteckblitz gezündet wurde. Dabei stellte sich heraus, dass es vorkommen kann, dass der Studioblitz eben genau über den Zeitraum der eigentlichen Schlitzverschlussbelichtung abblitzt. Aber genau hier liegt der Hund begraben... es KANN vorkommen, es muß aber nicht!

Das Prinzip von Supersync ist recht einfach erklärt. Hierzu sollte man allerdings etwas über die benötigte Technik wissen:

Mit das Wichtigste sind die TTL-Funkauslöser. Diese funktionieren etwas anders, also normale Funkauslöser und senden  normalerweise zunächst einen "Messblitz" zur Blitzbelichtungsmessung aus. Bei Supersync wird aber mit diese Messblitz "aus Versehen" der Studioblitz gezündet, der mit einer gewissen Dauer abbrennt. Danach fängt auch die Kamera ihre Belichtung an. Eigentlich würde nach dem TTL-Messblitz, erste jetzt der Hauptblitz gezündet. Bei diesem Verfahren wurde der Studioblitz aber schon ausgelöst und brennt genau in dem Moment ab, während der erste Vorhang des Verschlusses vollständig geöffnet ist. Das Ergebnis, ein korrekt belichtetet Sensor. Wichtig ist daher ein sehr genaues Timing, welches von verschiedene Faktoren beeinflusst wird, wie z.B. die Abbrennzeit und die Charakteristik Abrennkurven des Studioblitzes, Geschwindigkeit bei der Übertragung und Verarbeitung der Signale, Belichtungszeit an der Kamera, sowie Sensorgröße und Geschwindigkeit des Verschlusses. Damit wird deutlich, dass Supersync nicht immer funktionieren kann und man einfach ausprobieren muß. Ein Blitz der "langsam" (dennoch viel zu kurz für das menschliche Auge) abbrennt, ist aber schon einmal eine gute Basis, wie man an den folgenden Diagrammen erkennen kann.

Die Kurve stellt die Abrennkurve des Blitzes da und der graue Balken die Zeit, welche die Kamera für die Belichtung benötigt. Der Wert für die Belichtungszeit ist fix. Da sich der Vorhang von unten nach oben bewegt, ist auch der Abfall bei der Belichtung gut zu erkennen.

Ein schnell abbrennender Blitz hat immer auch einen extremen Leistungsabfall. Je schneller die Blitzröhren, desto weniger sind diese für das Supersync-Prinzip geeignet, da der Belichtungsabfall viel zu groß ist.

Je langsamer also ein Blitz abbrennt, desto besser. Selbst bei nur etwas weniger Geschwindigkeit wird der Belichtungsabfall schon enorm entschärft.

Bei einem Blitz mit einer langsamen Blitzröhre wird genau der Effekt erreicht, der gewünscht ist. Eine fast einheitliche Belichtung. Von Elinchrom eignet sich gerade noch der Ranger Quadra Modelle mit Standard-Kopf (S-Head) hierfür. Die Abbrenndauer der Action-Serie ist schon viel zu schnell. Allerdings funktioniert das Ganze scheinbar auch nur bei voller Leistung, da diese scheinbar über die Leuchtdauer geregelt wird.

Das Jinbei FL-II Porty Blitz-Set inkl. Standard-Blitzkopf ist allerdings ganz hervorragend für Supersync geeignet. Scheinbar ist die Abbrenndauer des Jinbei Porty so lang, daß man über alle Leistungsstufen fast beliebig kurze Belichtungszeiten wählen kann. Dabei macht sich weder ein großer Energieverlust bemerkbar, noch ein wirklich sichtbarer Verlauf. Einfach perfekt! Zusammen mit dem Yongnuo YN-622C E-TTL II Funk-Blitzauslöser, eine absolute Traumkombination.

Falls doch noch sehr leichte Verläufe bei manchen Zeit-/Leistungs-Kombinationen auftreten sollten, können diese problemlos mit einem Verlaufsfilter in Lightroom korrigiert werden.

Supersync ist einfach klasse und bietet unglaublich großes Potential in Sachen Ausleuchtungen und Bildgestaltung. Außerdem haben langsame Blitze endlich wieder eine Daseinsberechtigung.

Konzertfotografie, was ist das? by Andrew B. Powers

Die Konzertfotografie ist eine kleine Nische im Bereich der Reportagefotografie.

Obwohl es sich dabei um eine gewisse Herausforderung handelt, trotz wenig Licht und Zeit, den speziellen Moment des audiovisuellen Geschehens auf der Bühne zu erfassen, übt diese Art der Fotografie nach wie vor einen ganz besonderen Reiz aus. Viele Fotografen, seien sie nun Profis oder ambitionierte Amateure, haben oft den Wunsch, Musiker bei einem unvergesslichen Auftritt abzulichten und somit für den "optischen Soundtrack" zu sorgen.

Dabei gilt für die akkreditierten Fotografen im Bühnengraben, sowohl in kleinen Clubs, als auch in großen Arenen und bei gigantischen Open-Airs, fast immer die selbe Grundregel: "First three songs, no flash!"

Innerhalb weniger Minuten muß dann nicht nur exzellentes Bildmaterial erschaffen werden, welches die Stimmung und ganz besondere Momente einfängt, sondern insgesamt der Tagespresse, den Fachmagazinen und Bildagenturen eine gute und solide Auswahl zur Verfügung stellt.

Ein abwechslungsreicher aber auch anspruchsvoller Job, der nicht selten viele Fotografen selbst, als auch die teilweise noch so gute Fotoausrüstung, schnell mal an die Grenzen treibt. Für den Erfolg ist die Vertrautheit mit dem Metier sehr wichtig und noch entscheidender als die Kenntnis diverser fotografischer Techniken. Nur ganz ohne fundiertes Fachwissen, sollte sich wirklich niemand in den Bühnengraben begeben.